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Vaskuläre Demenz

Bei einer Demenz spricht man von einem Zustand des Gehirns, bei dem es an Leistungsfähigkeit abnimmt. Die wohl bekannteste Ursache ist dabei die Alzheimer-Krankheit. Sind Durchblutungsstörung für die Demenz verantwortlich, spricht man von einer vaskulären Demenz. Sie ist die zweithäufigste Form der Demenz. 

Vaskuläre bedeutet “gefässbedingt”. Aufgrund einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff sterben Nervenzellen ab und das Hirngewebe wird geschädigt. So kann es zur Auslösung von Demenz-Beschwerden kommen. Einhergehend sind häufig wiederholte kleine Schlaganfälle. Doch auch ein grosser Hirnschlag oder eine Hirnblutung können zu einer vaskulären Demenz führen. Auch tritt sie in Kombination mit einer Alzheimer-Krankheit auf. Nicht immer kann eine klare Abtrennung der Demenzformen geschaffen werden, sodass häufig auch von einer Mischdemenz gesprochen wird.  

 

In der Schweiz sind zwischen ein und vier Prozent der Menschen über 65 Jahre von einer vaskulären Demenz betroffen. Da es in der Regel eher Menschen im höheren Alter betrifft, nimmt das Risiko einer Erkrankung auch mit dem Alter zu. 

Entstehung einer vaskulären Demenz

Entstehen Ablagerungen in Blutgefässen oder sogar ein Blutgerinnsel, führt dies in der Regel dazu, dass die bestimmten Bereiche nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen durch das Blut versorgt werden können. Tritt dies im Gehirn ein, werden die Hirnzellen geschädigt und können absterben.

 

Da diese Ursachen oft auch die eines Schlaganfalls sind, ist es häufig der Fall, dass eine vaskuläre Demenz nach mehreren kleinen Schlaganfällen auftritt. Doch nicht immer muss das der Fall sein. Es gibt auch Fälle, bei denen kein Schlaganfall registriert wurde. 

Wodurch kann eine vaskuläre Demenz begünstigt werden?

Eine vaskuläre Demenz tritt vermehrt im hohen Alter ein und verbirgt ein erhöhtes Risiko für Frauen. Jüngere Menschen und Männer sind in der Regel weniger von einer vaskulären Demenz betroffen. Aber auch der Lebensstil kann wiederum einen erheblichen Einfluss auf das Eintreten haben. Wie auch bei anderen Herz-Kreislauf-Krankheiten begünstigen hohe Blutfettwerte und ein Bluthochdruck eine vaskuläre Demenz. Diabetiker und Raucher sind ebenfalls häufiger betroffen, ebenso Menschen mit Übergewicht.

Welchen Einfluss auch das Herz hat...

Auch wenn die häufigste Ursache durch eine Durchblutungsstörung der Gefässe ausgelöst wird, kann auch eine Herzkrankheit zu einer vaskulären Demenz führen.

 

So zum Beispiel durch ein nicht erkanntes Vorhofflimmern. Bei einem Vorhofflimmern pumpen die Vorhöfe unregelmässig. So kann sich ein Blutgerinnsel im Herzmuskel bilden. Löst sich ein solches Blutgerinnsel und gelangt in den Kreislauf, kann es dazu führen, dass eine Hirnarterie verstopft wird und so ein Hirnschlag aufgelöst wird. Dies wiederum führt zum Absterben von Nervenzellen.

 

Ebenfalls kann ein Vorhofflimmern zu einer Herzinsuffizienz führen und damit eine chronische Minderdurchblutung des Gehirns fördern. Das Resultat ist ebenfalls ein erhöhtes Risiko einer vaskulären Demenz.

Welche Symptome machen sich bei einer vaskulären Demenz erkennbar?

Auch wenn die Symptome einer vaskulären Demenz einer Alzheimer-Demenz ähneln, stehen zu Beginn nicht direkt Gedächtnisstörungen im Vordergrund. Zunächst leiden Betroffene unter Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwierigkeiten. Allgemein scheint es so, als falle das Denken schwerer und benötigt mehr Zeit. 

 

Das kann ebenfalls mit Sprachstörungen einhergehen. Bestimmte Wörter fallen den Betroffenen nicht mehr direkt ein und der Wortschatz verringert sich. Auch kann eine vaskuläre Demenz Auswirkungen auf die körperliche Verfassung haben. Der Gang kann unsicherer werden, Stürze passieren häufiger und Schwindel kann eintreten. Auch das Wasserlassen kann Probleme aufwerfen.

 

So kann eine vaskuläre Demenz auch dazu führen, dass sich Menschen anders verhalten als sie es vor der Erkrankung getan haben. Dies macht sich oft in Stimmungsschwankungen oder einer Antriebslosigkeit bemerkbar.

 

Je nachdem, welcher Bereich des Gehirns geschädigt wurde, treten die Symptome unterschiedlich und mit anderem Schweregrad auf. Auch können sich die Symptome im Laufe der Jahre stufenweise verschlechtern.

Wie lässt sich eine vaskuläre Demenz diagnostizieren?
 

Wer eine Erkrankung einer vaskulären Demenz vermutet, sollte zunächst ein Beratungsgespräch mit seinem Hausarzt vereinbaren. Durch gezielte Fragen kann dieser herausfinden, ob weitere Untersuchungen notwendig sind, damit der Verdacht bestätigt werden kann. Damit eine Diagnose getroffen werden kann, muss festgestellt werden, dass die Demenz durch eine Durchblutungsstörung im Gehirn verursacht wurde. 

 

Neben dem Erstgespräch kommen im weiteren Verlauf neuropsychologische Tests zum Einsatz. Dies können Kurztests, in der Regel um die 15 Minuten lang, sein, die die Aufmerksamkeit, das Erinnerungsvermögen,

die Sprache und die Urteilsfähigkeit prüfen. Eine reine neurologische Untersuchung schaut sich das Nervensystem an und überprüft zum Beispiel den Gleichgewichtssinn oder die Koordination.  

 

Da es sich bei einer vaskulären Demenz um eine Erkrankung der Gefässe handelt, wird vor allem auch das Herz-Kreislauf-System des Patienten geprüft. Diese gehen sowohl mit einer Blutuntersuchung, einer MRT- und CT-Untersuchung als auch einer Ultraschalluntersuchung der Blutgefässe einher. 

 

In seltenen Fällen wird ein genetischer Test durchgeführt, der vererbbare Gefässkrankheiten unter die Lupe nimmt. Dies ist häufiger bei einer Erkrankung von jungen Menschen der Fall. 

Wie kann eine vaskuläre Demenz behandelt werden?

 

Die Schäden, die eine vaskuläre Demenz bereits angerichtet hat, lassen sich nicht mehr rückgängig machen. Bei einer Behandlung geht es also vor allem darum, eine Verschlechterung der Hirndurchblutung vorzubeugen und den Fortschritt der Erkrankung zu verlangsamen. 

 

Um weitere Schäden im Gehirn zu vermeiden, werden Messwerte wie Blutdruck, Blutfettwerte und Risiko zur Diabetes überprüft und bei Bedarf behandelt. Ebenfalls wird der Patient auf Herzerkrankungen überprüft, da diese ebenfalls einen Einfluss auf ein Fortschreiten der vaskulären Demenz haben können. Besonderer Fokus wird auf die Anpassung des Lebensstils gesetzt. Ein Verzicht auf das Rauchen von Zigaretten, körperliche Bewegung als auch geistige Aktivitäten sollten gefördert und vermehrt in den Alltag eingebaut werden. Auch eine ausgewogene Ernährung trägt zu einem gesünderen Lebensstil bei.

 

Ob und welche Medikamente bei einer vaskulären Demenz eingesetzt werden, hängt ganz vom Krankheitsbild des Patienten ab. Sie können helfen, Gedächtnisleistung zu stabilisieren und die Begleiterscheinungen von psychischen Beschwerden lindern. Liegt eine Mischform der vaskulären und Alzheimer Demenz vor, können Medikamente gegen Alzheimer Demenz zum Einsatz kommen.

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