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Herzinsuffizienz

Eine Herzinsuffizienz, auch Herzschwäche genannt, ist keine eigenständige Erkrankung. In der Regel leidet der Patient an einer Vorerkrankung, wie z.B. eine koronare Herzerkrankung.

Was löst eine Herzinsuffizienz aus?

Eine Herzschwäche ist meist die Folge einer koronaren Herzerkrankung. In zwei Dritteln der Fälle verursacht die Verengung der Herzkranzgefäße die Erkrankung. Frisches Blut, welches Sauerstoff und Nährstoffe transportiert, kann nicht mehr ausreichend zum Herzmuskel gelangen. Dadurch wird die Pumpleistung des Herzens beeinflusst, welche im Laufe der Zeit ebenfalls immer geringer wird. So kommt es zu einer chronischen Schwächung des Herzens. 

 

Allerdings ist nicht nur eine koronare Herzerkrankung ein Auslöser für eine Herzinsuffizienz. Auch jahrelanger, hoher Blutdruck oder ein Herzinfarkt kann eine Ursache sein.

 

Bluthochdruck, der über eine lange Zeit nicht behandelt wird, sorgt dafür, dass der Herzmuskel sich verdickt und nicht mehr elastisch ist. Tritt dieser Fall ein, kann sich vor allem die linke Herzkammer nicht mehr ausreichend mit Blut füllen. Auch dies führt dazu, dass die Pumpleistung des Herzens geschwächt wird.

 

Bei einem Herzinfarkt wird ein Herzkranzgefäß durch ein Blutgerinnsel verschlossen. Dies führt dazu, dass ein Bereich des Herzmuskels nicht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dieser Teil des Muskels stirbt ab und kann nicht wieder repariert werden. Ein Narbengewebe entsteht. Dies schwächt die Pumpleistung des Herzens ebenfalls.

 

Seltener sind Fälle wie Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankung oder Entzündung, ein angeborener Herzfehler oder eine Stoffwechselerkrankung wie z. B. Diabetes. 

Wie wird eine Herzinsuffizienz bemerkbar?

Eine Herzinsuffizienz lässt sich vor allem durch Beschwerden wie Ermüdung und Erschöpfung erkennen, zunächst tritt diese erst bei großer körperlicher Anstrengung auf.

Befindet sich die Herzschwäche in einem fortgeschrittenen Stadium, können diese Symptome auch in Ruhephasen auftauchen. Auch eine Atemnot kann ein Hinweis auf eine Herzinsuffizienz sein, sowohl bei körperlicher Betätigung als auch bei Ruhe oder sogar beim Schlafen.

 

Ein weiteres Symptom sind Wassereinlagerungen in Beinen, Knöcheln und Füßen. Zu erkennen daran, dass diese Bereiche anschwellen und das Gewicht plötzlich ansteigt. Einlagerungen können ebenfalls im Bauchraum auftauchen Punkt dies wird häufig zu Magen-Darm-Beschwerden und der nächtliche Gang zur Toilette wird ebenfalls häufiger.

Wie diagnostiziert der Arzt eine Herzinsuffizienz?

Liegen die oben genannten Symptome vor, kann dies ein Hinweis auf eine Herzschwäche sein. Ein Kardiologe oder eine Kardiologin führen in der Regel dann eine Herzultraschalluntersuchung als auch ein Belastungs-EKG durch. 

 

Die Ultraschalluntersuchung gibt Auskunft, ob eine Verdickung des Herzmuskels vorliegt, die Herzkammern sich vergrößert haben oder die Herzklappen in ihrer Funktionsfähigkeit eingeschränkt sind. 

 

Ob und inwieweit die Pumpleistung des Herzens beeinflusst ist, lässt sich durch das Belastungs-EKG feststellen. Es gibt ebenfalls Auskunft darüber, in welchem Stadium sich die Herzschwäche befindet. 

 

Die Schwere einer Herzschwäche werden durch Ärzte und Ärztinnen in die New York Heart Association in Stadien eingeteilt. Dabei lassen sich vier unterschiedliche Stadien beschreiben.

Stadien einer Herzschwäche

Die Schwere einer Herzschwäche werden durch Ärzte und Ärztinnen in die New York Heart Association in Stadien eingeteilt. Dabei lassen sich vier unterschiedliche Stadien beschreiben. 

 

Im ersten Stadium hat der Patient eine Herzschwäche, ohne dass er körperlich eingeschränkt ist. Der Alltag kann ohne Beschwerden gemeistert werden. Im zweiten Stadium kommt eine leichte Einschränkung zum Vorschein. Bei körperliche Anstrengung können Symptome wie Atemnot oder Herzrhythmusstörungen auftauchen. In Ruhephasen lassen sich keine Beschwerden feststellen.

 

Im Stadium 3 ist die Einschränkung durch eine Herzschwäche erheblich größer. Zwar lassen sich in Ruhephasen keine Symptome feststellen, allerdings tauchen diese schon bei geringer körperlicher Anstrengung auf. Das vierte und letzte Stadium beschreibt einen Patienten, der meist bettlägerig ist.

Was ist bei einer Herzschwäche zu tun?

Da eine Herzschwäche in der Regel aus einer Vorerkrankung ergibt, zielt die Therapie darauf ab, diese zu behandeln.

 

Ist eine koronare Herzkrankheit die Ursache, muss die Situation des Patienten, sowohl mit Medikamenten oder mit dem Legen eines Stents bzw. einer Bypassoperation verbessert werden.

 

Da auch ein hoher Blutdruck oft Ursache einer Herzschwäche ist, muss dieser langfristig auf unter 140/90 mmHg gesenkt werden. Medikamente wie ACE Hemmer, Betablocker oder Sartane können den Blutdruck senken als auch gleichzeitig das Herz entlasten.

 

Viele der Ursachen lassen sich allerdings vor allem durch einen gesunden Lebensstil verbessern. Dazu gehört vor allem das Aufhören mit dem Rauchen, eine ausgewogene Ernährung, das Vermeiden von Übergewicht und mehr Bewegung im Alltag. 

Muss bei einer Herzschwäche operiert werden?

Besonders bei einer fortgeschrittenen Herzinsuffizienz kann es vorkommen, dass Medikamente und ein gesünderer Lebensstil nicht ausreichen, um die Situation des Patienten zu verbessern.

 

Ist dies der Fall, kommen unterschiedliche Implantate zum Einsatz. Dies können Defibrillatoren Implantat sein als auch eine Märzunterstützungspumpe (VAD) oder eine kardiale Resynchronisationstherapie. Ist der Patient vorab an einer koronaren Herzkrankheit erkrankt, kann auch eine Bypass Operation notwendig sein.

Alarmanzeichen bei Verschlechterung einer Herzschwäche:
  • Starke Gewichtszunahme; z. B. innerhalb von 3 Tagen 2 Kilogramm

  • Füsse, Knöchel, Beine und ggf. auch der Bauch sind sehr stark angeschwollen

  • Atemprobleme, die auch in der Nacht Probleme machen

  • Verstärkter Harndrang, besonders in der Nacht

  • Schwindel

  • Schneller oder unregelmässiger Herzschlag

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