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Herzinfarkt

Einem Herzinfarkt geht meist eine Arteriosklerose oder einer Alina Pectoris voraus. Doch nicht immer kündigt er sich auch an. Erfahren Sie hier alles über die Entstehung eines Herzinfarkts, die Behandlung und Rehabilitation. 

Wie kann es zu einem Herzinfarkt kommen?

Um zu verstehen, wie es zu einem Herzinfarkt kommen kann, muss zunächst die Arbeit des Herzens und seine Rolle erklärt werden. Das Herz ist einer der wichtigsten Muskel in unserem Körper und versorgt und mit Sauerstoff, Nährstoffen und Mineralien. Es pumpt circa 10 000 Liter Blut durch unseren Körper und schlägt bis zu 100 000 Mal am Tag. Doch um diese ununterbrochene Arbeit leisten zu können, muss das Herz selber ausreichend sauerstoffreiches Blut erhalten.
 

Diesen Job übernehmen die Herzkranzarterien, die direkt mit der Hauptschlagader (Aorta) verbunden sind. Die Aorta ist dafür zuständig, das Blut aus dem Herzen in den Körper zu verteilen. Damit das Herz vollkommen versorgt wird, teilen sich die Herzkranzarterien in eine linke und eine rechte Kranzarterie auf.

 

In der Fachsprache werden diese auch Koronararterien oder Koronarien genannt. Beide versorgen einen anderen Teil des Herzens. Die Linke teilt sich dabei nochmal in zwei Äste auf und beliefert die linke Seitenwand des Herzens und die Vorderwand. Die Rechte ist für die Herzhinterwand zuständig. Die drei Hauptarterien verästeln sich immer weiter, sodass ein Netz von Gefässen den Muskel des Herzens durchfliesst. 

Sind diese gesund und intakt, wird das Herz ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Verstopfen die Kranzarterien allerdings, kommt es zu einem Herzinfarkt.

Wie können die Kranzarterien verschliessen?

Schuld daran ist die Gefässkrankheit Arteriosklerose, oder auch Atherosklerose oder Arterienverkalkung bezeichnet. Leider beginnt diese häufig als schleichender und unbemerkter Prozess. Die Innenschicht der Arterien werden durch Entzündungen angegriffen. Das hat zur Folge, dass sich die Wände verdickten und ihre Elastizität verlieren. Ablagerungen (auch Plaques genannt) durch Cholesterin und Kalzium schränken den Blutstrom ein.

 

Dies führt zunächst zu Durchblutungsstörungen, wenn es sich um die Herzkranzgefässe handelt. Zu einem Herzinfarkt kommt es erst dann, wenn die Plaques aufbrechen, ein Blutgerinnsel an dieser Stelle entsteht und den Blutfluss komplett unterbricht. Teile des Herzmuskels erhalten so keinen Sauerstoff mehr und können nicht überleben. In diesem Moment entsteht ein Herzinfarkt. 

Wie entwickelt sich eine Arteriosklerose?

In der Regel entwickelt sich eine Arteriosklerose erst im Laufe des Alters, wobei hier der eigene Lebensstil eine grosse Rolle spielt. Bestimmte Risikofaktoren verstärken das Voranschreiten einer Arteriosklerose erheblich. Allerdings kann sie auch vererbt sein. 

Risikofaktoren:

  • Rauchen

  • Keine ausgewogene Ernährung und Übergewicht

  • Keine regelmässige körperliche Aktivitäten

  • Bluthochdruck

  • Diabetes

  • Hohe Blutfettwerte (hohe Cholesterinwerte)

  • Psychosozialer Stress

 

Ist der Patient oder die Patientin erst einmal an Arteriosklerose erkrankt, kann sich dieses leider nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Risikofaktoren sollten nun so gut es geht eingeschränkt werden, damit die Erkrankung nicht weiter oder nur langsam voran schreitet. 

Angina Pectoris als Warnsignal

Die oben beschriebene Verengung der Herzkranzgefässe lässt sich auch als koronare Herzkrankheit beschreiben. Sie entwickelt sich schleichend und macht sich zunächst häufig erst bei körperlicher Anstrengung oder psychischer Belastung bemerkbar. Dieses Warnsignal nennt sich Angina Pectoris.

 

Hierbei beschrieben Patienten oder Patientinnen ein Gefühl einklemmender Art, brennend, oder einen dumpfen Druck als auch einen plötzlichen Schmerz im Brustraum. Sie verschwinden oft so schnell, wie sie gekommen sind, sobald die körperliche oder psychische Belastung unterbrochen wurde. Auch das Präparat Nitroglycerin unterbindet die Symptome schnell. Diese Vorerkrankung kann medikamentös behandelt werden und so unter Kontrolle gehalten werden. Sollte der Patient allerdings merken, dass Symptome schon bei leichten körperlichen Anstrengungen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden. 

 

Ein Herzinfarkt kündigt sich allerdings nicht immer mit den Symptomen der Alina Pectoris an. Ein Plaque kann auch ohne Vorwarnung aufbrechen und einen Herzinfarkt plötzlich auslösen. 

Wie wird ein Herzinfarkt behandelt?

Da es sich bei einem Herzinfarkt um einen Verschluss der Kranzarterien handelt, muss schnellstmöglich eine Durchblutung wieder hergestellt werden. Geöffnet werden die Gefässe dabei mit einem Katheter. Über eine Arm- oder Beinarterie wird dieser zum Herzen geführt. Um die verengte Stelle zu finden, werden die Herzkranzgefässe mit einem Kontrastmittel und einem speziellen Röntgengerät ersichtlich gemacht. Ist diese gefunden, werden die Ablagerung vorsichtig an die Gefässwand geschoben. Damit die Öffnung allerdings auch weiterhin geöffnet bleibt, muss in der Regel ein sogenannter Stent eingesetzt werden. Dieses Metallgitterröhrchen verhindert, dass sich das Gefäss wieder schliessen kann. Dieser Prozess nennt sich Koronarangioplastie.

 

In anderen Fällen kommt eine Bypass-Operation zum Einsatz. Dies kann entweder dann der Fall sein, wenn eine Koronarangioplastie nicht durchgeführt werden kann oder eine Bypass-Operation die besseren Ergebnisse verspricht. Bei einer Bypass-Operation werden körpereigene Arterien oder Venen genutzt, um eine Überbrückung der verstopften Gefässabschnitte zu schaffen. So soll eine Durchblutung des Herzmuskels wieder hergestellt werden. In der Regel wird eine Bypass-Operation durchgeführt, werden mehrere Herzkranzgefässe von der Verstopfung betroffen sind.

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Wie beeinflusst ein Herzinfarkt das Herz?

Ein Herzinfarkt führt dazu, dass ein Teil des Herzmuskelgewebes abstirbt und sich ein Narbengewebe bildet. Je nachdem, wie schwerwiegend der Infarkt war, wird das Herz in seiner Leistung entsprechend eingeschränkt. Die verringerte Pumpleistung kann zu weiteren Folgen, wie Herzinsuffizienz oder Herzrhythmusstörung führen.

Sind Medikamente nun ein Leben lang notwendig? 

 

Medikamente sind nach einem Herzinfarkt ein Leben lang notwendig, auch wenn sich der Patient gesund fühlt. Sie reduzieren das Risiko eines erneuerten Herzinfarktes. Die folgenden Präparate stehen in der Regel auf der Liste, die ein Patient in seinem Medikamentenschrank haben sollte: 

 

  • Blutverdünner oder gerrinnungshemmende Medikamente. Sie verhindern, dass ein neues Blutgerinnsel entstehen kann, welches die Gefässe verschliesst. 

  • Blutdrucksenkende Wirkstoffe. Sie entlasten das Herz. 

  • Statine sollten eingenommen werden, um das Cholesterin zu verringern und den Plaques zu stabilisieren. 

  • Das Präparat Nitrat, Nitroglycerin sollte ebenfalls im Besitz eines Herzinfarktpatienten sein, um dieses bei Beschwerden der Angina pectoris zu stoppen.

Rehabilitation

Doch nicht nur Medikamente helfen dabei, das Leben nach einem Herzinfarkt wieder ganz normal weiter gestalten zu können. Ebenfalls sollte der Patient seinen alten Lebensstil überprüfen und diesen gegebenenfalls anpassen. Rauchen, schlechte Ernährung, keine Bewegung und ein hoher Stresslevel erhöhen das Risiko eines neuen Herzinfarkts. Auch regelmässige Check-ups mit dem Arzt seines Vertrauens sollten nun eingeplant werden.  

 

Eine kardinale Rehabilitation hilft ebenfalls dazu, den Einstieg in seinen Alltag wiederzufinden und seine Gewohnheiten zu überdenken und zu ändern. Auf dem Weg zu einer vollkommenen Genesung sollte eine Rehabilitation in jedem Fall Teil sein. Diese kann sowohl ambulant als auch stationär stattfinden. 

 

Bei einer ambulanten Rehabilitation wohnt der Patient weiterhin zu Hause, Bewegung und Hilfestellung bei der Ernährungs- und Gewohnheitsumstellung erfolgen in einem lokalen Rehazentrum. Die ambulante Rehabilitationszeit beträgt in der Regel 12 Wochen. 

 

Bei einer stationären Rehabilitation verbringt der Patient circa drei bis vier Wochen in einer Reha-Klinik und wird hier sowohl beim Training als auch bei allen anderen Herausforderungen intensiv betreut. In der Regel wird eine stationäre Rehabilitation verschrieben, wenn ein Training zu Hause nicht machbar ist. 

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