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Entzündliche Herzkrankheiten

Jedes Organ in unserem Körper kann sich entzünden, so auch das Herz. Dabei kann es an verschiedenen Bereichen angegriffen werden.

Jedes Organ in unserem Körper kann sich entzünden, so auch das Herz. Dabei kann es an verschiedenen Bereichen angegriffen werden. Wird die Herzinnenwand angegriffen, wird von einer Endokarditis gesprochen. Ist eine Entzündung im Herzmuskel zu erkennen, ist es eine Myokarditis und die Erkrankung im Herzbeutel wird Perikarditis genannt. 

 

Eine Entzündung kann zwar auch vom Körper selber ausgehen, wie bei einer Autoimmunerkrankung, allerdings basieren sie doch meistens auf äusseren Einflüssen. In der Regel sind es Mikroorganismen wie Bakterien, Pilze, Parasiten oder Viren, die in den Körper eintreten und eine Entzündung auslösen. 

Endokarditis

Eine Endokarditis bezeichnet eine Entzündung der Herzinnenwand, dem Endokard. Sie ist in der gesamten Innenschicht des Herzens zu finden und bedeckt ebenfalls die Herzklappen. Im Normalfall hat das Endokard eine glatte Oberfläche, sodass das Blut problemlos fliessen kann und keine Blutgerinnsel entstehen. Ist die Herzinnenwand allerdings geschädigt, können sich Bakterien schnell ansiedeln und eine Entzündung auslösen.

 

Von einem erhöhten Risiko einer Endokarditis betroffen, sind Menschen mit einer Herzklappenerkrankung, einer künstlichen Herzklappe oder Personen, die mit einem Herzfehler auf die Welt gekommen sind. Bei dieser Risikogruppe ist das Endokard meist schon vorgeschädigt. 

 

Wird diese Entzündung der Herzinnenwand nicht behandelt, besteht ein Risiko einer langfristigen Schädigung der Herzklappen als auch eine Herzinsuffizienz. 

Myokarditis

An einer Grippe oder einem grippalen Infekt zu erkranken, ist in der Regel nichts lebensbedrohliche und nach einigen Tagen fühlen sich die Betroffenen meist schon besser. Häufig wird dann die Leistung des Körpers überschätzt, es wird wieder mit der Arbeit begonnen oder zum Sport gegangen.

 

Doch das kann leicht zu einer Myokarditis führen. Eine Myokarditis wird durch Viren verursacht und beschreibt eine Entzündung des Herzmuskels, bei dem die Pumpleistung des Herzens eingeschränkt wird. Hat die körpereigene Immunabwehr versagt, und die Virus-Erreger gelangen zum Herzmuskel, tritt eine Entzündung dessen auf.

 

In der Regel kann der Körper die Krankheit selber wieder regenerieren, besonders wichtig ist dabei allerdings, dass er nicht zu sehr belastet wird. Körperliche Anstrengungen sollten über mehrere Wochen pausiert werden. 

 

Wird die Schonung des Körpers allerdings nicht eingehalten, kann es schwerwiegende Folgen haben. Da es keine direkte Behandlung für eine Myokarditis gibt, können nur Symptome therapiert werden und die Pumpfunktion unterstützt werden. Eine Herzinsuffizienz kann zu einer Langzeitfolge werden.

Perikarditis

Benannt nach dem Fachwort Perikard, welches den Herzbeutel beschreibt, ist die Perikarditis eine Entzündung dessen. Der Herzbeutel umgibt das Herz wie ein Beutel. Er ist mit ein wenig Flüssigkeit gefüllt, sodass das Herz in seiner Funktion nicht gestört wird. Er hilft dabei, dass sich das Herz mit Blut füllen und wieder entleeren kann.

 

Ebenfalls meist durch einen Virus kann sich der Herzbeutel entzünden. Im Regelfall kann der Körper sich auch von einer Perikarditis selber wieder erholen. In seltenen Fällen füllt sich der Herzbeutel, ausgelöst durch eine Infektion, mit Flüssigkeit. Dies wird auch Perikarderguss genannt.

 

Handelt es sich nur um einen leichten Fall, kann die Flüssigkeit aus dem Herzbeutel abfliessen und vom umliegenden Gewebe aufgenommen werden. Ist dies jedoch nicht der Fall, kann es lebensbedrohlich werden, da die Herzfunktionen eingeschränkt werden.

 

Aufgrund der Flüssigkeitsmenge kann sich der Herzbeutel nicht mehr weiter ausdehnen. Dies wiederum übt Druck auf die Herzkammern aus und schränkt ebenfalls die Pumpfunktion ein. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Pumpversagen oder einem Herz-Kreislauf-Stillstnad führen.

Wie äussern sich entzündliche Herzkrankheiten?

Die Symptome einer entzündlichen Herzerkrankung können je nach Art der Erkrankung variieren. Bei einer Endokarditis bemerken die Patienten die Entzündung durch wiederkehrendes Fieber, Erschöpfung und reduzierte Leistungsfähigkeit. Eine Myokarditis kann durch Brustschmerzen und Atemnot gekennzeichnet sein. Bei einer Perikarditis kann es zu Brustschmerzen, Fieber und Herzklopfen kommen.

Behandlungsmöglichkeiten bei
entzündlichen Herzerkrankungen

Wenn es um die Behandlung entzündlicher Herzerkrankungen geht, wird in erster Linie auf Medikamente zurückgegriffen, die die Entzündungen reduzieren und die Symptome behandeln.

 

Die häufigsten Erreger von infektiöser Myokarditis sind Viren, jedoch gibt es in der Regel keine antiviralen Medikamente, die dagegen wirken. Toxische Substanzen wie Alkohol und Tabak als auch bakterielle Infektionen, Parasiten, Medikamente, Drogen oder die Folgen einer Strahlentherapie können ebenfalls die Ursache sein. Daher ist es wichtig, die genaue Ursache der entzündlichen Herzerkrankung zu ermitteln, um die optimale Behandlung zu gewährleisten.

Eine Änderung des Lebensstils kann zur Verbesserung der Herzgesundheit beitragen. Dazu gehören eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und der Verzicht auf Rauchen und Alkohol.

 

Darüber hinaus wird Personen, die sich in der Risikogruppe befinden, empfohlen, bei bestimmten Eingriffen, wie zahnärztlichen Behandlungen, prophylaktisch, Antibiotika einzunehmen. So soll das Risiko einer entzündlichen Herzerkrankung reduzieren werden. Eine regelmäßige Überwachung der Herzfunktion ist ebenfalls wichtig, um tatsächlich zu erkennen und zu behandeln.

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