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Beinarterienverschluss (pAVK)

Bei einem Beinarterienverschluss (pAVK) verschliessen sich in der Regel die Arterien der Beine, weniger häufig kommt es auch zu einem Verschluss der Armarterien.

Bei der Durchblutungsstörung setzten sich, wie bei einer Arteriosklerose, Fett- und Kalkpartikel in den Gefässwänden ab, verengen dieses und können es schliesslich, bei Lösung von der Gefässwand auch verschliessen. Die Krankheit kommt häufiger vor, als gedacht. Jede fünfte Person über 65 Jahre leidet an einer PAVK in der Schweiz. Häufig allerdings auch unbemerkt. Mit zunehmendem Alter erhöht sich das Risiko einer Erkrankung, wobei Männer vermehrt betroffen sind. 

 

Schränkt es die Betroffenen nicht nur in der Muskelleistung ein, können allerdings auch andere, folgenschwere Komplikation daraus resultieren. Da die Muskeln in den Beinen nicht mehr mit ausreichend Sauerstoff versorgt werden, lässt auch ihre Leistungsfähigkeit nach. Schon nach kurzer Belastung treten Schmerzen auf. Bei einem direkten Verschluss, der durch ein Blutgerinnsel eintritt, treten Beschwerden direkt und ohne Vorwarnung auf. Ist der Patient an einer pAVK erkrankt, ist dieser oft auch von Verkalkungen und Verengungen anderer Arterien betroffen. Sein Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden, erhöht sich mit einer pAVK.

Welche Beschwerden werden durch einen Beinarterienverschluss ausgelöst?

Ein Beinarterienverschluss führt zu einer Durchblutungsstörung in den Beinen. Durch die Gefässe kann nicht ausreichend Blut transportiert werden, was dazu führt, dass weniger Sauerstoff und Nährstoffe zu den Muskeln gelangen.

 

Bei körperlicher Belastung sind die Muskeln allerdings gefragt und es entsteht eine erhöhte Nachfrage an sauerstoffreichem Blut. Da keine ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen, verkrampfen die Muskeln oft schlagartig. Typisch sind Schmerzen in den Beinen beim Gehen. Nach einer gewissen Zeit müssen Betroffene eine Pause einlegen und den Muskeln so die Möglichkeit geben, wieder mit ausreichend Sauerstoff versorgt zu werden. 

 

Daraus ergibt sich auch der Name “Schaufensterkrankheit”. Für Aussenstehende sieht es so aus, als würden die Betroffenen die Schaufenster ungestört betrachten wollen. Allerdings wird dies nur als Erholungsphase genutzt und gewartet, bis der Schmerz nachlässt.

 

Umso fortgeschrittener die Erkrankung ist, umso kürzer wird die Zeit, in der eine Gehstrecke zurückgelegt werden kann. Es kann auch dazu führen, dass die Schmerzen auch in Ruhephasen nicht nachlassen. In Extremfällen bei nicht ausreichender Blutversorgung kann eine pAVK zum Absterben von den Gliedmassen führen und eine Amputation des Fusses oder Beines muss eingeleitet werden.

1. Grad

Eine pAVK wurde eher zufällig erkannt, da der Betroffene keine Schmerzen oder Beschwerden empfindet. Trotzdem ist das Risiko an einer anderen Herz-Kreislauf-Krankheit zu erkranken erhöht. 

2. Grad

Bei einer Belastung, zum Beispiel längere Gehstrecken, treten Schmerzen in den Beinen und dem Gesäss auf. Die 200 Metermarke unterscheidet nochmal den Schweregrad der Krankheit.

3. Grad

 Schmerzen treten jetzt schon im Ruhestand auf. Besondern werden die Beschwerden in den Füssen und und Zehen wahrgenommen, welches nochmal im Liegen zunimmt. 

4. Grad

Die Unterversorgung mit sauerstoffhaltigem Blut in den Gefässen wird chronisch und schädigt das Gewebe so sehr, dass es abstirbt. Vergrössert sich der Bereich des toten Gewebes, kann es zu einer Amputation kommen.

Welche Faktoren erhöhen das Risiko einer pAVK Erkrankung?

Wie bei anderen Herz-Kreislauf-Krankheiten auch erhöht eine ungesunde Lebensweise das Risiko. Dazu zählen Risikofaktoren wie das Rauchen, eine nicht ausgewogene Ernährung und keine ausreichende Bewegung, Übergewicht, Stress, erhöhte Blutfettwerte, hoher Blutdruck, Zuckerkrankheiten oder auch familiär-bedingte Vorbelastungen.

Wie wird eine pAVK diagnostiziert?

Der Knöchel-Arm-Index liefert zunächst einen Hinweis darauf, ob Arterien in den Beinen verengt sind. Hierbei wird der Blutdruck in den Armen und in den Fussknöcheln gemessen. Liegt eine Erkrankung vor, ist der Blutdruck in den Fussknöcheln wesentlich geringer als der in den Armen. Bei Diabetikern lässt sich diese Variante allerdings nicht nutzen, da bei einer fortgeschrittenen Mediasklerose die Arterien so sehr verkalkt sind, dass sie nicht mehr komprimiert werden können. 

Ebenso kann eine Ultraschalluntersuchung helfen, eine pAVK festzustellen und das sogar schon im Anfangsstadium. Mit dem Ultraschall wird der Blutfluss gemessen und eine Beurteilung zu den Gefässwänden abgegeben. Lässt sich ein verlangsamter Blutfluss feststellen, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Gefässe verengt sind. 

Arterien können ebenfalls sichtbar gemacht werden mit einer Kontrastmitteluntersuchung, auch Angiographie genannt. Das Kontrastmittel hilft, die Arterien bei einer Röntgenuntersuchung oder einer Computertomographie erkennbar zu machen. Eine Verengung der Blutgefässe kann so erkannt werden. 

Äusserlichkeiten wie eine blasse Haut, ein schwer tastbarer Puls oder auch offene Hautstellen können dabei auch auf ein pAVK hinweisen. 

Ein Beinarterienverschluss bedeutet häufig, dass auch Gefässe an Herz und Gehirn von Verkalkungen und Verengungen betroffen sind. Eine Untersuchung dieser Bereiche sollte also unbedingt auch erfolgen, um das Risiko eines Herzinfarktes oder Hirnschlag zu reduzieren.

Wie kann ein Beinarterienverschluss behandelt werden?

Neben einer medikamentösen und ärztlichen Therapie kann ein Beinarterienverschluss auch schon mit einem gesunden Lebensstil und einem Gehtraining verbessert werden.

 

Risikofaktoren, die einen Beinarterienverschluss verschlimmern sollten eingestellt und verändert werden: Rauchen einstellen, ausgewogene Ernährung, Übergewicht vermeiden und körperliche Bewegung erhöhen.

 

Das Gehtraining hilft dabei, die Durchblutung der Beine zu verbessern. Blutgefässe können sich neu bilden, sodass das Blut die Bereich mit einer Durchblutungs-störung wieder besser versorgen kann. Dabei wird ein tägliches Intervalltraining empfohlen. Bewegt werden soll sich bis zum Einsetzen der Schmerzen, dann wird pausiert und weiter gegangen, sobald die Schmerzen verschwunden sind. 

Bei der medikamentösen Therapie werden sowohl gerinnungshemmende Medikamente verschrieben (Blutverdünner), als auch solche, die eine Arteriosklerose verhindern sollen (z.b. Statine).

Sind Gefässe allerdings schon weit verengt oder sogar verschlossen, können diese mit Hilfe einer Ballondilatation wieder aufgedehnt werden. Reicht dieser Vorgang nicht aus, die Durchblutung zu verbessern, wird eine Bypass-Operation vor-genommen. 

Ist die Blutversorgung ist schon komplett zum Erliegen gekommen, zum Beispiel durch eine zu späte Diagnose, stirbt das Gewebe aufgrund der Unterversorgung durch Sauerstoff und Nährstoffen ab. Dabei können sich offene Wunden bilden, die sich entzünden können oder nicht von alleine wieder verheilen. Auch bekannt als “offenes Bein”, oder medizinisch Gangrän und Nekrose genannt. Dies resultiert bei circa 12 Prozent der Betroffenen in einer Amputation. Besonders für Diabetiker ist das Risiko erhöht, da diese oft keine Schmerzen wahrnehmen und die offenen Stellen nicht bemerken. 

Warum die Körperpflege bei einem Beinarterienverschluss wichtig ist…

 

Sind Körperteile weniger durchblutet, sind sie direkt anfälliger für Infekte und eine Wundheilung ist wesentlich schlechter und langsamer. Dies macht eine sorgfältige Fusspflege umso wichtiger. Verletzungen sollten vermieden werden, umso ein Risiko einer Infektion zu verringern. Die Füsse sollten ebenfalls nach dem Waschen abgetrocknet werden, sodass die Haut sich nicht zu sehr aufweicht und damit den Eintritt von Bakterien begünstigen wird. Werden Wunden an den Beinen oder Füssen erkannt, sollten diesen Beachtung geschenkt werden und sich um eine Abheilung bemüht werden. Dauert ein Abheilen wesentlich länger, als normal üblich, sollte dies mit einem Arzt besprochen werden. Dies ist besonders für Diabetiker der Fall. Auch sollte darauf geachtet werden, dass Schuhe gewählt werden, die nicht zu eng sind und den Füssen eine gute Durchblutung ermöglichen.

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